Einladung zum Abendessen

Posted on 20th Juli 2019 by magdalena in 2019,Essen,Fotos,Makumbi

Heute sind wir bei Kuda und Mai Malon* (Mutter von Malon) zum Abendessen eingeladen. Kuda arbeitet in der Mission im Garten und dort wo er gebraucht wird. Mai Malon (Hellen war ihr früherer Name) kocht und wäscht im Missionshaus.

*Erklärung: Die Frauen werden nach der Geburt ihres ersten Kindes nach ihrem Kind benannt, das ehrt sie als Mutter.

Die Familie wohnt mit ihren drei Kindern (7, 5 und 3 Jahre) in der Nähe der Mission. In einer traditionellen Hütte (Küche), ein rundes grasbedecktes Gebäude, wird gekocht. Der Rauch zieht durch das Grasdach und die offene Türe ab. Der Regen in der Regenzeit (Nov-Dez.) wird durch die kunstvollgearbeitete Grasbedeckung abgehalten. Die Schlafstellen befinden sich in einem extra Gebäude. Um die Gebäude herum hat Kuda sein Land eingezäunt. Er baut Mais als Hauptnahrungsmittel für Sadza (eine köstliche Speise aus Maismehl) an und verschiedene Gemüsesorten wachsen im Garten. Muriwo, eine Kohlart, die immer wieder abgeerntet wird („Pflückkraut“) ist täglich am Speiseplan, ergänzt mit Bohnen oder anderem Gemüse, manchmal auch Hühner-, Rind- oder Schweinefleisch. Auch Ziegen werden zur Fleischgewinnung gehalten.

Als wir also um 18:30 zu ihrem Anwesen kommen – es ist bereits dunkel – werden wir herzlich empfangen. Die Kinder sitzen ums Feuer, Mai Malon bereitet auf einem Teppich sitzend Sadza zu. Die Kinder reichen uns warmes Wasser in einer Kanne, mit dem wir uns über einer Schüssel die Hände waschen können. Wir sitzen auf einer Bank ebenfalls ums Feuer. Die Atmosphäre ist sehr fein und angenehm. Wir bekommen Teller auf den Schoß. Vor uns werden kleine Kochtöpfe auf den Boden gestellt und wir können uns nach Herzenslust bedienen: Sadza, Muriwo, Bohnen mit Soße, Chips (im heißen Öl frittierte Kartoffelstücke) und Hühnerfleisch von „Roadrunners“ (freilaufende Hühner).

Es ist einfach köstlich. Wir essen mit den Fingern der rechten Hand und nach dem Essen können wir uns wieder mit warmen Wasser die Hände über einer Schüssel waschen. Frisch geröstete Erdnüsse aus dem eigenen Garten werden uns als Snack gereicht. Die Kinder sind so ruhig, dass wir sie kaum bemerken. Nach dem Essen zeigt uns Malon sein Schulheft. Mit sauberer Schrift beinhaltet es Rechnungen, engl. Texte und Texte in Shona, ihrer Muttersprache. Nach ca. 2 Stunden verabschieden wir uns dankbar, denn Mai Malons und Kudas Tag beginnt schon um 4 Uhr morgens mit Wasser holen, Feuer machen, Wasser kochen und Frühstück machen. MAITA BASA. Danke für dieses Erlebnis, Gast bei einer zimbabweanischen Familie sein zu dürfen.

Schilderung meiner Mama Andrea, anlässlich ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Zimbabwe

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