Die kleinen Freuden des Alltages

Posted on 17th August 2019 by magdalena in 2019,Fotos,Makumbi

Privileg, Basics oder die kleinen Freuden des Alltages

 

Weil zur Zeit Schulferien sind, ist die Sonntagsmesse schon um 8:00 Uhr. Da ich das vergessen habe, bin ich spät dran. Ich spring aus dem Bett, eile ins Badezimmer und drehe den Wasserhahn auf. Kein Wasser! Damn it. Schnell nehme ich mir einen Kübel zur Hand und wasche mein Gesicht und putze mir die Zähne. Dann gehe ich auf die Toilette und erlebe die erste Freude. Die Klospülung funktioniert. Über die Nacht war Strom da, deshalb haben die Wasserpumpen der Mission die Wasserspeicher aufgefüllt. Das führt dazu, dass auch die Spülung der Toilette mit Wasser gefüllt ist. Die Spülung ist viel effektiver, wie das Nachschütten von Wasser mit einem Kübel.

Nun gehe ich mit schnellem Schritt in die Kirche. Marco schläft tief und fest. Glücklicherweise bekomme ich einen Sitzplatz mit Rückenlehne (zweite Freude) und noch dazu sitzen vor mir die Kinder vom Waisenheim. Das freut mich sehr, denn das heißt, dass ich unter der Messe vertraute Blicke zugeworfen bekomme. Bei meinen beiden Lieblingsliedern singe ich lautstark mit und tanze mit meiner Sitznachbarin im Rhythmus der Trommeln. Nach der Messe ergeben sich nette Gespräche.

Nachdem „Tratsch & Klatsch“ (ca. 10:00 Uhr) gehe ich nachhause. Marco schläft immer noch, also beschließe ich ihn schlafen zu lassen. Zuerst gehe ich „duschen“. Da kein Wasser aus der Leitung rinnt, schütte ich mir aus einem großen Kübel, den ich am Vortag mit Wasser aufgefüllt habe, kaltes Wasser in meinen „Waschkübel“. „Wäre Strom da, könnte ich zumindest das Wasser wärmen“, denk ich mir. Es ist auch kein Gas zur Verfügung und da ich die Köchin, die mit Feuerholz kocht, nicht darum beten will mir Wasser zu kochen, wasche ich mich einfach mit kaltem Wasser. Auch wenn ich das sehr ungern mache, hab ich mindestens wieder das Gefühl sauber zu sein. Da Marco immer noch im Bett liegt, beginne ich damit die Zimmer mit einem aus Grashalmen zusammengebundenen Besen zu reinigen. Langsam bekomme ich Hunger, da ich mir aber sowieso keinen warmen Tee zum Frühstück machen kann (kein Strom), beschließe ich einfach ein Glas Wasser zu trinken. Danach wische ich die Zimmer durch. Während dem Putzen wacht nicht nur Marco auf, sondern – welch‘ Überraschung – auch der Strom wurde von der Zentrale der Hauptstadt für unsere Region wieder eingeschaltet. Große Freude bei der Köchin der Jesuiten. Sofort löscht sie das Feuer aus und stellt sich hinter den Herd. Als ich mit dem Putzen fertig bin, hören Marco und ich wie das Wasser in die Wasserrohren fließt. Marco beschließt daher auch duschen zu gehen. Ein kurzer Schrei (ein Schrei der Freude), denn das Duschwasser ist heute sogar warm.

Ich koche Tee und zur Krönung können wir heute das Toastbrot sogar toasten. Die Freude über den Strom und das fließende Wasser ist groß. Somit kann die Arbeit nicht nur erleichtert werden, sondern auch Musik gehört werden. Das wird nicht nur von uns, sondern von gefühlt jedem Haushalt ausgenutzt. Laute Musik, gute Stimmung und Freude ist zu spüren (:

 

LG,

M&m

2 Comments »

  1. Ts ts. Also dieser Marco schläft nur den ganzen Tag, wie? Den würd ich gleich mit dem Kübel voll kaltem Wasser wecken 😛

    Comment by Definitely_not_roy — 20. August 2019 @ 07:48

  2. 🙂 des war schu gemein!

    Comment by magdalena — 20. August 2019 @ 12:29

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