Besuch einer Vorschule

Posted on 27th Juli 2019 by magdalena in 2019,Fotos,Schule

Heute besuchen Magdalena, Andrea und ich eine Pre-School (Vorschule). Mrs. Tangwara, eine Freundin aus der Zeit von Magdalenas Aufenthalt in Zimbabwe 2012/13, leitet die Schule. Ihr Schwager nimmt uns in einem relativ kleinen Toyota um 08:15 mit. Mrs. Tangwara sitzt mit ihrem Baby vorne, Magdalena, Andrea, 5 Kinder und ich hinten. Angeschnallt ist niemand – wie auch?!

Nach einer abenteuerlichen Fahrt betreten wir den Schulhof. Da wartet schon ein junger Lehrer auf seine Chefin. Die Kinder stellen sich in einer Zweierreihe auf und grüßen die Lehrerin, Magdalena, Andrea und mich auf Englisch. Jetzt singen sie mit ihren kräftigen Stimmen ein Morgengebet. Anschließend folgt die zimbabweanische Hymne. Die Kinder präsentieren sich begeistert – die Lehrerin ist freundlich, aber auch streng.

Dann geht’s im „Gänsemarsch“ in die zwei „Klassenzimmer“. Ui! Da ist es aber eng und auch kalt. Die Kinder nehmen auf einfachen, dicht aneinander gereihten Plastikstühlen Platz. Einige sitzen auf dem kalten Steinboden. Das Klassenzimmer ist „pumpvoll“. Die Kleinen lernen englische Reime und Gedichte. Gezählt wird auf Shona und auf Englisch. Dann erzählt ihnen Mrs. Tangwara eine Geschichte. Ich verstehe kein Wort, aber spannend gehts zu – das sieht man an den Blicken der Kinder.

Das Baby der Lehrerin, das sie bis jetzt am Rücken getragen hat, bringt sie nun in ihr „office“ (Büro). Dort steht ein „Bettstattle“ bereit. Während dieser Zeit unterrichtet Magdalena die Pre-School-SchülerInnen. Sie unterhält sich mit ihnen auf Shona und miteinander singen sie englische Lieder. Die Stimmung ist gut.

Als Mrs. Tangwara zurückkommt ist auch ihr 9 monatiges Kleines dabei. Mit dem Schlafen das hat heute wohl nicht so richtig funktioniert. Keine Sorge! Sie nimmt auf einem eher wackeligen Hocker Platz, legt den Kleinen Lauser an ihre Brust an und unterrichtet eben „stillend“! Für ihre SchülerInnen scheint das nichts Neues zu sein. Ganz normale Sache –> echt cool!

Um 10:15 gibts Tee. Eine Helferin hat für die 56 Kinder der „Happy moments infants school“ den Tee über einer offenen Feuerstelle hinter dem Haus hergerichtet. Das Brot haben die Kinder (die meisten) von zu Hause mitgebracht.

Im staubigem Pausenhof, Spielgeräte oder Spielsachen gibts leider keine, tummeln sich die Kinder. Als sie uns im Freien entdecken, stürmen sie zu uns, reichen uns die Hände und streichen neugierig über unsere Haut. So ein Weißer (Murungu) ist schon etwas Interessantes!

Ein Schüler sagt zur Lehrerin, als er mich genau betrachtet: „Mrs. Tangwara, he is coloured!“ – Weil meine Haut doch schon ein bisschen gebräunt ist, meint er, dass ich angemalt bin. Als es dann um 11:00 mit dem Unterricht wieder weitergeht, verabschieden wir uns.

Eine äußerst abenteuerliche Fahrt mit einem „Kombi“ (das ist so eine Art Privattaxi) steht uns bevor. Aber das ist eine andere Geschichte.

 

Liebe Grüße von einem von Zimbabwe tiefbeeindruckten Otto Kärle

Ein Rückblick auf die letzten 4 Wochen

Posted on 3rd Oktober 2012 by magdalena in Schule

Cheza Primary School:

Meine ersten Schulstunden als Lehrerin hab ich bereits hinter mir. Der Arbeitsauftrag für mich lautete: „Du kannst in eine Klasse gehen und unterrichten, was immer du willst!“. Meine Flexibilität wurde dadurch sehr oft in Anspruch genommen. Wenn es am Vortag noch geheißen hat, dass ich die Grade 3 unterrichten sollte, konnte ich mich zwar dementsprechend vorbereiten, aber als es dann am Morgen des nächsten Tages hieß, ich solle in die Vorschule gehen, half mir meine Vorbereitung nichts! Während der Pause hab ich mir dann ein Programm für die Klasse mit über 40 Kindern überlegt, das ca 2 Stunden füllen soll.

Mittlerweile weiß ich ja, dass mich in so einer Situation T.I.A eingeholt hat. (TIA=This Is Afrika) Ich versuche dann einen kühlen Kopf zu bewahren, flexibel zu sein und das Beste daraus zu machen.

Cheza ist eine Schule, die noch nie zuvor mit Weißen zusammen gearbeitet hat. Anfangs war es nicht nur für die Kinder beängstigend/verwunderlich/aufregend, sondern auch für die LeherInnen. Doch mit der Zeit merke ich, dass sich das gespannte Verhältnis auflockert und die Leute „used to us“ werden.

Englisch, Mathematik und Musik sind die drei Fächer, die ich am liebsen unterrichte. Da ich noch nicht viel in Shona sagen kann, rede ich Englisch im Unterricht. Ich bin mir sicher, dass mich nur wenige verstehen, auch wenn die SchülerInnen auf die Frage: „Habt ihr verstanden, was ich meine?“, immer brav mit den Köpfen nicken und „Yes“ sagen.

Mathematik ist super. Vor allem, weil ich meistens nur die Schulaufgaben korrigieren muss. Und da ich hier im Volksschulniveau arbeite, muss ich mich auch nicht sonderlich anstrengen. Zusätzlich komm ich auch ohne Taschenrechner aus 😉

Der Musikunterricht macht mir eigentlich am meisten Spaß. Erstens haben die afrikanischen Kinder wunderschöne, voluminöse Stimmen und zweitens genieße ich es zu sehen, wie die Kinderaugen plötzlich vor Freude anfangen zu funkeln. Bis jetzt hab ich noch keine Unterrichtsstunde mitbekommen, in der die Kinder aufstehen  und sich bewegen dürfen!  In Musik jedoch motiviere ich die Kinder mitzuklatschen, mitzustampfen etc. Somit ist es zwar immer sehr laut und schwierig, wieder Ruhe in den Laden zu bringen, aber das ist okay für mich.

Seit nun zwei Wochen stehe ich nicht mehr vor der Klasse zum Unterrichten. Herta und ich gehen einer  neue Aufgabe nach! Undzwar werden die Schulbücher von UNIFEC spendiert und an die Schule verteilt. Da auch Cheza viele neue Bücher bekommen hat, haben wir beschlossen diese ALLE einzubinden, damit sie nicht in einer Ecke des Storerooms „vergammeln“. Wie sich sicher jeder vorstellen kann, ist diese Arbeit nicht wahnsinnig spannend, aber dafür effiktiv.

Soviel zu meiner Vormittagsgestaltung.

Mister Chisero & Miss Magdalena

Lg Magdalena

Platzmangel

Die Polizei – Dein Freund und Helfer

Posted on 20th September 2012 by magdalena in Schule

Heute sind Herta und Ich zum dritten Mal in dieser Woche zu Fuß zur Schule gegangen. Nachdem wir uns gestern nicht mehr verlaufen haben, irgendwo im tiefsten Wald, haben wir uns gedacht, dass wir heute später losgehen können. Es sollte ein ca. 40 Minuten langer Fußweg in der Morgensonne werden.

Von Makumbi bis nach Cheza, gehen wir natürlich nicht die ganzen 5 km der Straße entlang. Es gibt einen „Shortcut“. Da wir heute- wie oben schon erwähnt- nicht ganz pünktlich dran waren sind wir relativ schnell gegangen. Auf der Straße überholte uns dann ein Pick-Up. (Ich vermute einmal, dass es einer war. Ich kenn mich nicht wirklich mit Autos aus). Während wir überhaupt realisierten, dass ein Auto an uns vorbeigefahren ist, bremste das Polizeiauto schon. Die 5 Polizisten, die an der Ladefläche saßen fragen uns was wir an der Straßen machen und als wir ihnen erklärten, dass mir zu Fuß nach Cheza gehen mussten sie (wie bis jetzt fast alle) herzlich lachen. Die Polizisten im Fahrerhäuschen riefen uns zu, dass wir aufsteigen sollen. Da wir spät dran waren nahmen wir das Angebot dankend an. Dann ist die Fahrt losgegangen. Die Openair Fahrt war wunderbar. Ich liebe es, wenn der Wind durch meine Haare fährt. Die Fahrt war echt  amüsant und wir sind sogar zu früh angekommen. Echt super.

Also ich lernte heute: „Die Polizei ist dein Freund und Helfer“

Gute Nacht (Ich muss mich jetzt vor den Moskitos verstecken) und liebe Grüße,

M.

Erster Schultag

Posted on 12th September 2012 by magdalena in Schule

Halli Halllo meine Lieben (:

Ich arbeite jetzt, anderst wieursprünglich geplant, in Cheza in der Primary School. Dort hab ich eine sehr nette Kollegin, Zimbiti, die Grade 1 unterrichtet. Gemeinsam arbeiten wir nun mit Kindern zwischen 6 und 8 Jahren.

6:45 Uhr aufgestanden, gefrühstückt und fertig gemacht für die Schule

7:25 Uhr Fußweg von 10 Minuten bis zur Bushaltestelle

7:48 Uhr Bus kommt

7:55  Uhr Ankunft in Chaza. Herta und ich sind dann ins Office des Haedmaster. Dort haben wir bereits unsre erste Kollegin kennen gelernt!

8:10 Uhr Kind mit der Glocke geläutet, damit sich alle Kinder vor der Schule versammeln. Plötzlich sind also von überall die Kinder hergerannt und haben sich der Größe nach in Reihen aufgestellt. Dann hat es a Rede vom Direktor gegeben. Herta und Ich wurden bei dieser Gelegenheit gleich vorgestellt. Anschließend sangen die Kinder die Hymne Simbabwes, beteten ein Gebet auf Englisch und nach den Abschlussworten des Direktors rannten sie in die Klassen.

Danach hat es eine Lehrerkonferenz im Office gegeben. Während der Zeremonie sind noch 3 weitere Lehrer aufgetaucht, denen wir dann nocheimal vorgestelt wurden. Da die Konferenz sich doch in die Länge gezogen hat, sind die Kinder aus den Klassräumen gekommen und haben fangen gespielt.

Gegen 9:oo Uhr begann der „Unterricht“. Meine Kollegin hat mich mitgenommen in die Klasse und mich den kindern nochmal extra vorgestellt Ich hätte zwar die Shona Phrasen extra gelernt, aber Zimbiti hat das echt nett gemacht. Bis zur Pause (10:30 ) hatte ich dann allerdings nicht mehr zu tun, weil die Kinder die Aufgabe bekommen haben. Frei nach dem Motto: „Ordnung muss sein“ Zuerst kehrten sie die Klassenräume, dann wurden die Boden geputzt (Das Wasser dazu mussten die Kinder mit Eimern vom River holen) Die älteren Schüler haben dann die Bänke hinaus ins Frei und wieder hinein in die Klassen getragen, damit das Putzen schneller geht.

Nicht alle Kinder haben etwas zum Essen mitgenommen und wenn, dann war es auch nicht viel. Ein Zuckerrohr, oder ein Säckchen mit Nüssen. Die Kinder haben eine grüne Uniform über die viele noch einen grünen Wollpullover (mit Löcher) anziehen.

Nach der Pause (11:00) stand Englisch lesen auf dem Stundenplan. Meine Aufgabe war es auf die Aussprache der Kinder zu achten. Da in Cheza die Kinder zu zehnt an einem Tisch sitzen, zu zwei ein Buch haben und dann selbstständig anfangen laut zu lesen war des gar nicht so einfach.

War echt voll erstaunlich, wie mich die Lehrerin dann allein gelassen hat wie gut die Kinder schon lesen können und dann noch in Englisch. Ich habe dann versucht den mit den SchülerInnen zu reden, aber da ich mit meinen kläglichen Shona Kenntnissen nur lautes Gelächter auslöste und in Englisch nicht verstanden wurde, ließ ich sie einfach wieder weiterlesen.

Um ca. 11:45 Uhr war dann schul fertig für die Erste Klasse. Die Älteren haben noch die Schoolarea putzen müssen.

Es waren heute noch nicht alle SchülerInnen anwesend, weil einige vergessen haben, dass heute die Schule anfängt. Aber die LehrerInnen haben mir gesagt, dass die Anzahl der Kinder im Lauf der nächsten Woche komplett sein sollte.  Insgesamt hat die Schule 340 SchülerInnen.

Herta und Ich sind dann um 12.30 Uhr zum Bus gegangen und haben dann echt lang in der Mittagshitze auf einen Kombibus warten müssen, dafür war die Fahrt umso besser. Der Bus war „gstopft“ voll, so dass mir der Schweiß vom Nachbar direkt in die Nase gekommen ist. Allerdings haben wir Bob Marley „No Women, No Cry“ im Radio gehört und links und rechts von uns die Landschaft mit den Lehmhütten und ihren Strohdächern bewundert. Das hat sogar den Schweißgeruch erträglich gemacht. Na….Es war echt schön. Die Fahrt an sich war bis jetzt eine der schönsten Erfahrungen für mich, weil das einfach das Afrika wiederspiegelt, wie ich es mir ausgemalt habe.

I enjoy my stay here. Ich hoff, dass ich noch vieles sehen werde!

(: Liebe Grüße in die Heimat,

Lina

 

Danke an Herta für die Fotos! (: