Imari here?

Posted on 13th August 2019 by magdalena in 2019,Allgemein,Essen

„Wieviel kostet das?“, ist die Frage die mich heuer andauernd begleitet. Nicht deswegen, weil ich viel einkaufe, sondern deswegen weil sich der Wechselkurs und somit auch die Preise ständig verändern. Ich werde in diesem Bericht versuchen ganz neutral zu bleiben. Ich möchte verhindern, dass jemand durch meine Erzählungen, oder gar ich selber, in Schwierigkeiten kommt.

Als Vorgeschichte eignet es sich den Bericht „I never thought nekuti….“ aus dem Jahr 2017 zu lesen.

Es dauerte fast vier Wochen, bis ich wirklich realisiert habe, was überhaupt vor sich geht. Im Jahr 2012/13 und 2015 hat man in Zimbabwe mit US-Dollar gezahlt. 2017 gab es neben den US-Dollar auch noch die Bond-Notes, die keine anerkannte Währung darstellen. Damals war es so, dass die Bonds dem US-Dollar gleichgestellt waren, jedoch (wie auch im erwähnten Bericht beschrieben) gab es schon Tendenzen, dass ein USD nicht einem sondern zwei Bonds entsprachen.

Nicht einmal zwei Wochen bevor ich heuer nach Zimbabwe flog, bekam ich die Nachricht, dass es illegal ist weiterhin US-Dollar zu verwenden und wer dieses Gesetz bricht, kann von der Polizei verhaftet werden.

Für mich interessant ist an diesem Punkt, was sich für meine Freunde konkret ändert und das sind die Preise. Eine Packung Toastbrot kostet 5 Bond (Stand: Juli 2019). Zuerst dachte ich mir, dass es durch diesen Preis billiger geworden ist, denn 2013 kostete eine Packung einen US-Dollar, aber dem ist nicht so. Für mich als Europäerin ist es billiger geworden, da ich in USD umrechne. Wenn ich allerdings aus der Sicht der Zimbabweaner denke und davon ausgehe, dass mich eine Packung 2017 einen Bond kostete und ich jetzt 5 Bonds zahle, dann ist die Veränderung enorm.

Schwierig wird es auch durch die Instabilität der Währung. Der Wechselkurs lag im Juli zwischen 1:6 und 1:8 und mittlerweile ist er bei 1USD:10 Bonds angelangt. Um bei dem Brotbeispiel zu bleiben: 1 Packung kostet mittlerweile 7 Bonds. Ob der Gehalt der arbeitenden Menschen dementsprechend angepasst wird, weiß ich nicht.

Die Thematik hab ich aufgezeigt. Mehr kann ich dazu jetzt nicht sagen.

 

Liebe Grüße aus Zimbabwe,

Magdalena

Einladung zum Abendessen

Posted on 20th Juli 2019 by magdalena in 2019,Essen,Fotos,Makumbi

Heute sind wir bei Kuda und Mai Malon* (Mutter von Malon) zum Abendessen eingeladen. Kuda arbeitet in der Mission im Garten und dort wo er gebraucht wird. Mai Malon (Hellen war ihr früherer Name) kocht und wäscht im Missionshaus.

*Erklärung: Die Frauen werden nach der Geburt ihres ersten Kindes nach ihrem Kind benannt, das ehrt sie als Mutter.

Die Familie wohnt mit ihren drei Kindern (7, 5 und 3 Jahre) in der Nähe der Mission. In einer traditionellen Hütte (Küche), ein rundes grasbedecktes Gebäude, wird gekocht. Der Rauch zieht durch das Grasdach und die offene Türe ab. Der Regen in der Regenzeit (Nov-Dez.) wird durch die kunstvollgearbeitete Grasbedeckung abgehalten. Die Schlafstellen befinden sich in einem extra Gebäude. Um die Gebäude herum hat Kuda sein Land eingezäunt. Er baut Mais als Hauptnahrungsmittel für Sadza (eine köstliche Speise aus Maismehl) an und verschiedene Gemüsesorten wachsen im Garten. Muriwo, eine Kohlart, die immer wieder abgeerntet wird („Pflückkraut“) ist täglich am Speiseplan, ergänzt mit Bohnen oder anderem Gemüse, manchmal auch Hühner-, Rind- oder Schweinefleisch. Auch Ziegen werden zur Fleischgewinnung gehalten.

Als wir also um 18:30 zu ihrem Anwesen kommen – es ist bereits dunkel – werden wir herzlich empfangen. Die Kinder sitzen ums Feuer, Mai Malon bereitet auf einem Teppich sitzend Sadza zu. Die Kinder reichen uns warmes Wasser in einer Kanne, mit dem wir uns über einer Schüssel die Hände waschen können. Wir sitzen auf einer Bank ebenfalls ums Feuer. Die Atmosphäre ist sehr fein und angenehm. Wir bekommen Teller auf den Schoß. Vor uns werden kleine Kochtöpfe auf den Boden gestellt und wir können uns nach Herzenslust bedienen: Sadza, Muriwo, Bohnen mit Soße, Chips (im heißen Öl frittierte Kartoffelstücke) und Hühnerfleisch von „Roadrunners“ (freilaufende Hühner).

Es ist einfach köstlich. Wir essen mit den Fingern der rechten Hand und nach dem Essen können wir uns wieder mit warmen Wasser die Hände über einer Schüssel waschen. Frisch geröstete Erdnüsse aus dem eigenen Garten werden uns als Snack gereicht. Die Kinder sind so ruhig, dass wir sie kaum bemerken. Nach dem Essen zeigt uns Malon sein Schulheft. Mit sauberer Schrift beinhaltet es Rechnungen, engl. Texte und Texte in Shona, ihrer Muttersprache. Nach ca. 2 Stunden verabschieden wir uns dankbar, denn Mai Malons und Kudas Tag beginnt schon um 4 Uhr morgens mit Wasser holen, Feuer machen, Wasser kochen und Frühstück machen. MAITA BASA. Danke für dieses Erlebnis, Gast bei einer zimbabweanischen Familie sein zu dürfen.

Schilderung meiner Mama Andrea, anlässlich ihres zweiwöchigen Aufenthalts in Zimbabwe